Overlock Trick: Nie wieder Fäden rausnähen

Es gibt beim Nähen diese kleinen Momente, die über ordentlich oder „selbstgemacht“ entscheiden. Genau so einen Moment kannst du selbst regulieren, mit meinem Overlock Trick. Gerade an Bündchen oder runden Ausschnitten ist es oft der Nahtabschluss, der verrät, wie sauber gearbeitet wurde. Viele lassen die Overlock einfach rausnähen, schneiden die Fäden ab und hoffen, dass nichts aufgeht. Oder verstopfen, verknoten, verstauen die überstehenden Fäden nachträglich und zeitaufwendig.

Das Ergebnis: dicke Knubbel, Fadenwürste und manchmal sogar aufribbelnde Nähte.

Damit ist Schluss!!! Mit meinem Overlock Trick beendest du jede Naht sauber, sicher und so professionell, dass du dich jedes Mal über dein Werk freuen wirst.

Warum überhaupt ein Overlock Trick?

Die Overlock ist eine geniale Maschine. Sie näht (wenn gewollt elastisch) zusammen, versäubert und schneidet: Alles in einem Schritt. Doch beim Nahtende steht man gerade am Anfang der Nähkarriere ratlos da. Rausnähen? Drübernähen? Faden verknoten? Das alles wirkt irgendwie nicht richtig elegant und sieht dann unprofessionell aus.

Mein Trick -> und frage mich nicht, warum ich das so mache -> sorgt dafür, dass du keine Fadenraupe mehr hängen hast und deine Bündchen nicht mehr auftragen. Er sieht stattdessen ordentlich aus und hält.

Wenn dich Maschinen-Tricks interessieren, dann schau auch in meinen Beitrag zur Geradstichplatte an der Nähmaschine. Gerade bei feinen Stoffen ist sie ein Gamechanger.

Overlock Trick im Video: Am bequemen #TangaSlippy

Damit du meinen Overlock Trick nicht nur auf den Fotos und im Text nachvollziehen musst, habe ich für dich ein Video vorbereitet.
Dort nähe ich nicht nur einen #TangaSlippy nach meinem Schnittmuster in einem verspielten Jersey sondern zeige dir genau, wie du die Naht sicherst, ohne rauszunähen.

So kannst du die Technik direkt mitverfolgen und Schritt für Schritt an deiner eigenen Maschine nachmachen.

Hier geht’s zum Video: Overlock Trick am Beispiel der Bundverarbeitung. Denn meine Slip-Schnittmuster sind perfekt, um den Trick gleich mehrfach auszuprobieren und saubere Ergebnisse zu üben.

Tangaslip Schnittmuster #TangaSlippy Größen 32-58 zum selber nähen, k.triny* lingerie

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Schritt für Schritt zum Overlock-Trick von k.triny* lingerie

Die Vorbereitung: Garn, Maschine und Messer

Für den Overlock Trick verwende ich in den Nadelfäden gern Seraflex oder Serafil-Garn. Sie sind nicht nur leicht, sondern auch reißfest. In den Greifern laufen bei mir Bauschgarne, die weich auf der Haut liegen. Wenn du dich für das Thema Garne interessierst, dann findest du im Blog bei mir einen weiteren Beitrag, in dem ich dir meine Favoriten zeige: Garne zum Dessous nähen

Wenn deine Schnittteile exakt zugeschnitten sind, kannst du das Messer ausschalten. Es ist nicht nötig, solange nichts abgeschnitten werden muss.

Overlock Trick – Nahtende 2 bis 3 cm überstehen lassen.

1. Die Naht beginnen

Lege die Stofflagen rechts auf rechts unter dein Nähfüßchen. Fang nicht an der dicksten Stelle an, sondern seitlich. Das ist vor allem bei Gummibund- oder Beinausschnittverarbeitung wichtig. Nähe los, einfach direkt auf einer flachen Stelle, nicht unbedingt an einer Nahtstelle, da dieser Bereich zusätzlich übernäht wird und dadurch dick werden könnte..

Tipp: Auch in meiner #BasicSlipTrylogie kannst du den Trick perfekt ausprobieren. Drei Schnittformen, viele Varianten, und die ideale Spielwiese für Overlock-Übungen.

Overlock Trick – Nahtende 2 bis 3 cm übernähen

2. Die Naht schließen

Wenn du wieder am Anfang ankommst, nähst du leicht über den Beginn hinaus. Ich empfehle dir 2-3 cm. Wenn das Messer deiner Overlock angeschaltet ist, dann musst du besondere Vorsicht walten lassen, damit du die anfänglichen Fäden nicht beschädigst.  So überlappt die Naht und hält.

Overlock Handrad vorwärts drehen – Position der Nadel kontrollieren.
Stoff beim Overlock Trick leicht nach hinten links ziehen.

3. Stoff lösen, der Overlock-Trick beginnt

Drehe das Handrad in die normale Laufrichtung so weit nach vorne, bis die Nadel an der höchsten Stelle und gerade wieder auf dem Weg nach unten ist. So fasst der vordere Greifer.

Hebe das Füßchen und ziehe den Stoff leicht nach hinten links, bis du einen kleinen Widerstand spürst. Platziere dann Damen und Zeigefiger der rechten Hand fest auf dem Nahtende.

Overlock Trick – Handrad ein Stück zurückdrehen.
Overlock Trick – Fäden nach dem Zurückdrehen herausziehen.

4. Handrad zurückdrehen

Jetzt kommt der Overlock-Trick: Drehe das Handrad ein kleines Stück entgegen der eigentlichen Laufrichtung zurück, etwa eine halbe Umdrehung. Dadurch lockern sich die Fäden und du solltest den Unterschied direkt in der linken Hand spüren, mir der du das Nähwerk und die Fäden der Overlock in der Hand hältst.

Ziehe nun die  vier Fäden gleichzeitig ein Stück weiter nach hinten links heraus, dass genug Länge für einen Knoten zur Verfügung steht.

Bonus: Garnwechsel leicht gemacht

Der Trick funktioniert nicht nur beim Nahtende, sondern auch beim Garnwechsel. Neue Fäden anknoten, Handrad kurz zurück und wieder vor und schon laufen die Knoten sauber durch. Kein neues Einfädeln, kein Gefummel.

Dazu passt mein Beitrag: Materialkunde für Badeanzugstoffe. Da erkläre ich dir, welche Garne und Gummis sich für Lycra und Co. eignen.

Nadelfäden mit Nadel durch die Schlaufen der Overlock ziehen.
Nadelfäden der Overlock werden nach dem Trick verknotet.

5. Fäden sichern

Auf der Rückseite siehst du die zwei Schlaufen der Nadelfäden. Genau durch diese Schlaufen kannst du eine Stecknadel stecken und mit ihrer Hilfe die Fäden auf die Nahtrückseite durchziehen. So sind alle vier Fäden auf der gesichert. Du kannst sie zusätzlich verknoten, es reicht aber meist schon so.

Deine Maschine ist sofort wieder bereit. Stoff unterlegen, Füßchen runter, weiternähen. Keine Fadenwürste, keine geschlossenen Raupen-Enden.

Sauberer Overlock-Abschluss an einer Naht ohne Fadenraupe.

Der Overlock Trick spart Zeit, sieht besser aus und macht dein Nähen professioneller. Keine dicken Enden, keine losen Fäden. Gerade bei Bündchen oder runden Ausschnitten ist das ein echter Gewinn an Nähkompetenz. Ob du Lingerie, Dessous, Pumphosen oder Mäntel nähst.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Zu viel zurückdrehen: Eine halbe Umdrehung am Handrad reicht völlig aus. Mehr kann die Mechanik deiner Maschine unnötig belasten.

Stoff zu stark ziehen: Ziehe dein Nähwerk nur so weit nach hinten links, bis du einen leichten Widerstand spürst. Zu kräftiges Ziehen kann die Naht verzerren oder Fäden aus der Spannung lösen.

Falsche Fäden erwischt: Achte darauf, die Nadelfäden durch die Schlaufen zu ziehen. Nur so verhinderst du, dass sich die Naht wieder auflöst. Ein kleiner Trick ist es, mit einer Stecknadel unter die Schlaufe zu fahren und die Fäden nach hinten zu ziehen. So hast du sie sicher erwischt.

Nicht verknotet: Verknote die vier Fäden auf der Rückseite der Naht, auch wenn sie bereits fest sitzen. So gehst du auf Nummer sicher und deine Naht hält dauerhaft.

Warum ist mein Trick für deine Overlock-Nähte besser als die Alternativen?

Vielleicht hast du bis jetzt immer die Fadenraupe mit einer Nadel eingezogen und versteckt, die überstehenden Fäden mit dem Feuerzeug geschmolzen oder  Flüssigkleber benutzt, um die Enden zu fixieren. Alles funktioniert irgendwie aber es kostet Zeit, braucht zusätzliches Werkzeug oder sieht am Ende nicht besonders ordentlich aus. Außerdem können Feuerzeuge die Fäden hart und kratzig machen, und Flüssigkleber kann im Stoff unschöne Stellen hinterlassen, stimmts?

Mein Overlock-Trick hingegen lässt sich direkt an der Maschine bewerkstelligen, ohne dass du extra etwas bereitlegen musst. Er spart dir wertvolle Minuten, verhindert dicke Knubbel und sorgt dafür, dass deine Nähte so sauber aussehen, wie aus dem Fachhandel.

Du kannst die Technik sogar bei anderen Projekten einsetzen. Und zwar egal ob Wäsche, Shirts oder Kinderkleidung, und bekommst jedes Mal ein professionelles Ergebnis.

Umfädeln mit dem Overlock-Trick

Wenn du den Trick mit der Overlock beherrschst, dann kann nicht nur das Nähen von schönen Abschlüssen gelingen, sondern auch das Umfädeln. Das gilt nämlich für viele Hobbyschneider als kleine Geduldsprobe. Wenn du schon oft versucht hast, alle Fäden komplett neu durch Greifer und Nadeln zu ziehen, weiß du, wie zeitaufwendig und nervenaufreibend das sein kann. Genau hier kommt mein Trick wieder ins Spiel.

Anstatt die Maschine jedes Mal neu einzufädeln, knote ich die neuen Fäden einfach an die alten an. Mit Hilfe des Handrads (eine halbe Umdrehung zurück und wieder vor, du erinnerst dich?) laufen die Knoten durch die Fadenwege, bis sie vorne an den Nadeln oder im Greifer angekommen sind. Der nett Effekt: kein Gefummel mehr mit Pinzette oder Lupe, sondern ein schneller und sauberer Farb- oder Garnwechsel mitten im Nähprozess.

Fädeln, wie ein Profi

Gerade bei Projekten mit feinen Materialien oder bei Lingerie-Schnitten, wo häufig unterschiedliche Garne zum Einsatz kommen (zum Beispiel Serafil in den Nadeln und Bauschgarn in den Greifern), ist dieser Umfädel-Trick Gold wert. Er spart Zeit, verhindert Fehler und sorgt dafür, dass du sofort weiternähen kannst, ohne lange Unterbrechung.

Auch hier gilt: Probiere den Ablauf zunächst an einem Stoffrest. Wenn die Knoten einmal sauber durchgelaufen sind, wirst du diesen Kniff nicht mehr missen wollen. Er macht deine Overlock-Arbeit nicht nur effizienter, sondern auch entspannter.

Der Overlock Trick spart dir Zeit, Nerven und verhilft deinen Projekten zu einem professionelleren Finish.
Gerade bei Bündchen oder engen Nähten ist es eine echte Erleichterung, wenn du nicht mehr rausnähen musst.

Probier den Trick unbedingt bei deinem nächsten Projekt aus.
Und falls du noch mehr Tipps rund um das Nähen von Wäsche und feinen Stoffen suchst, dann stöbere doch mal in meinen Schnittmustern – oder in meinem Basic-Wäsche-Kurs.

Denn gemeinsam kurven wir durch jede Naht. 🧵

Herzlichst,
deine Katriny*

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Hier findest du das nächste Nähprojekt von k.triny* lingerie. Viel Freude beim Ausprobieren!